Energiepark Mont-Cenis
Von der Kohle zur Sonne
In Herne-Sodingen wird der Strukturwandel des Ruhrgebiets erlebbar: Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Mont-Cenis erhebt sich weithin sichtbar die gläserne Mikroklima-Hülle der Akademie Mont-Cenis.
In dem imposanten Gebäude sind die Fortbildungsakademie des Landesinnenministeriums sowie ein Stadtteilrathaus mit Bürgersaal und eine Bücherei untergebracht. Die Stadtwerke Herne setzen hier neue Maßstäbe für eine umweltschonende Energieversorgung. Mit dem Energiepark Mont-Cenis verbinden sie das Erbe der Bergbau-Vergangenheit mit den Technologien der Zukunft – mit solarer Stromerzeugung, Energiespeicherung und der Grubengasnutzung durch Kraft-Wärme-Kopplung.
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Das größte dachintegrierte Solarkraftwerk in Deutschland: Innovative Architektur und moderne Solartechnologie ergänzen sich auf Mont-Cenis in idealer Weise. Eine über 20.000 Quadratmeter große Glashülle umfasst sämtliche Gebäude der Akademie und sorgt das ganze Jahr über für ein Klima wie am Mittelmeer. In die Dachflächen und die südwestlichen Seitenflächen der Glashülle wurde eines der größten Solarkraftwerke seiner Art integriert. Die fast 3.200 Solarmodule, die unterschiedlich dicht mit Solarzellen belegt sind, produzieren nicht nur umweltfreundlich Strom, sondern sorgen auch für eine optimale Verteilung von Licht und Schatten. So entsteht in der Akademie der Eindruck eines natürlichen Wolkenbilds. Mit einer installierten Leistung von 1 Megawatt erzeugt die Anlage pro Jahr etwa 600.000 Kilowattstunden Strom – mehr als das Doppelte des Bedarfs der Akademie.
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Die Batteriespeicheranlage: Die Batteriespeicheranlage speichert bei geringer Netzbelastung den im Energiepark regenerativ erzeugten Strom und gibt ihn genau dann wieder ins Netz, wenn er besonders benötigt wird. Die aus 816 Einzelbatterien bestehende Anlage übernimmt folgende Aufgaben: Reduzierung von Lastbezugsspitzen, Ausgleich von möglichen Netzrückwirkungen durch die Solaranlage und Notstromversorgung der Akademie. Damit die Hochleistungs-Batterien eine Lebensdauer von etwa 20 Jahren erreichen, wird das Batteriewasser automatisch nachgefüllt, eine Zellentemperierung installiert und die Elektrolytumwälzung zentral gesteuert.
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Das grubengasbetriebene Blockheizkraftwerk (BHKW): Seit der Stilllegung der Zeche Mont-Cenis im Jahr 1978 strömten aus der Protegohaube des Schachts 3 jährlich ca. eine Million Kubikmeter des klimaschädigenden Grubengases ungenutzt in die Atmosphäre. Das BHKW an der Akademie nutzt dieses Gas zur Erzeugung von Strom und Wärme. Seit Ende 1997 sind auf Mont-Cenis zwei BHKW-Module mit je 253 kW elektrischer und je 378 kW thermischer Leistung in Betrieb. Bereits im Jahr 2000 haben die Stadtwerke die Anlage auf Grund der positiven Betriebserfahrungen um ein zusätzliches Modul erweitert. Die drei BHKW-Module erzeugen zusammen jährlich 9.000 MWh Strom und 12.000 MWh Wärme. Der Strom wird ins Netz der Stadtwerke Herne eingespeist. Mit der Wärme werden die Akademie Mont-Cenis, eine angrenzende Wohnsiedlung sowie ein Krankenhaus versorgt. Durch den Einsatz von Grubengas werden pro Jahr etwa 60.000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermieden.
- Informationen zum Grubengas-BHKW