Stadtwerke Herne AG




Brennstoffzellen

Zelle der Zukunft

Foto Brennstoffzelle im Haus des Kunden

In einigen Jahren könnten Brennstoffzellen eine wichtige Rolle in der Energieversorgung
spielen. Die Stadtwerke testen in einem Pilotprojekt, wie alltagstauglich die Geräte sind.

Als Johannes Krieger 2013 den Kaufvertrag für sein Eigenheim unterschrieben hat, wusste er:
Vor dem Einzug steht eine umfassende Sanierung an. Der Ingenieur der Energietechnik hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. „Ich wollte das Gebäude zu einem effizienten Drei-Liter-Haus umrüsten“, erklärt der 48-Jährige. Mithilfe der modernen Dämmung und innovativen Anlagentechnik konnte Johannes Krieger den Heizenergiebedarf des 1935 erbauten Hauses auf rund 30 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter und Jahr senken. Das entspricht der Energie von drei Litern Heizöl – rund ein Drittel dessen, was in einem vergleichbaren Neubau benötigt wird.
Ein wichtiger Baustein für die verbesserte Energieeffizienz steht im Keller des Einfamilienhauses und sieht recht unspektakulär aus – eine Brennstoffzellenheizung, die Energiekosten auf ein Minimum reduziert. Dass in dem kühlschrankähnlichen Kasten Strom und Wärme erzeugt werden, würde ein unbedarfter Besucher kaum vermuten.
„Brennstoffzellen arbeiten flüsterleise und haben einen sehr hohen elektrischen Wirkungsgrad“, betont Stephan Becker, Leiter des Pilotprojekts, bei dem die Stadtwerke Herne Erfahrungen mit der Nutzung der sauberen Technologie im Alltag sammeln wollen.
„Wir gehen davon aus, dass die Brennstoffzellentechnik in Zukunft an Bedeutung gewinnt“, erläutert Stephan Becker. Die Vorteile der Technologie liegen auf der Hand. Es gibt keine Übertragungsverluste, denn die Energie wird direkt dort erzeugt, wo sie genutzt wird. In einer elektrochemischen Reaktion entstehen aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom und Wärme gleichzeitig. Einziges Abfallprodukt: reines Wasser. Der Wasserstoff wird aus Erdgas gewonnen. In diesem Prozess werden kaum Treibhausgase freigesetzt. Obwohl diese Technologie so viele Pluspunkte hat und seit den 1960er-Jahren erfolgreich in der Raumfahrt eingesetzt wird, ist sie immer noch nicht serienreif. Zu hoch sind bisher die Anschaffungskosten, zu ungewiss die Lebensdauer. Damit es nicht so bleibt, unterstützen die Stadtwerke mit Erkenntnissen zu Funktionsweise und Zuverlässigkeit der Brennstoffzelle in einem Wohnhaus die Weiterentwicklung der innovativen Technik. „Wenn wir im normalen Eigenheimbetrieb eine Lebensdauer von zehn Jahren erreichen, wäre das ein Erfolg“, sagt Stephan Becker.