Anlagen 800 W bis 30 kW

Was sind das für Anlagen?

Diese Anlagengröße betrifft typische private Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern. Ab einer maximalen elektrischen Leistung von 7 kWp greifen weitere Pflichten, wie die Sicherstellung der Steuerbarkeit zu netzdienlichen Zwecken. 

Welche Unterlagen werden benötigt – und was bedeuten sie?

Messkonzept 

Was ist das? 
Ein Überblick, wie in Ihrem Haus gemessen wird (z. B. wo der Stromzähler sitzt, ob Sie einspeisen oder auch Strom selbst verbrauchen). 

Ein Messkonzept beschreibt, wie Stromflüsse (Erzeugung, Verbrauch, Netzbezug und Einspeisung) messtechnisch erfasst werden – also welche Zähler an welcher Stelle sitzen und wie daraus abrechnungsrelevante Energiemengen sauber abgegrenzt werden. Je nach Anlage (z. B. PV mit/ohne Speicher, Wärmepumpe, Wallbox, Mehrparteien/Mieterstrom) kommen unterschiedliche Standardvarianten in Frage; die konkrete Ausprägung kann dabei je nach Netzgebiet und technischen Anschlussbedingungen variieren. Ziel ist stets, dass jede Kilowattstunde eindeutig zugeordnet werden kann und damit Abrechnung und ggf. Vergütung korrekt funktionieren – deshalb wird das passende Messkonzept im Prozess gemeinsam mit den zuständigen Stellen festgelegt. 

 

Woher bekomme ich es? 
Ihr Installateur erstellt es. 

 

Steuerung über ein intelligentes Messsystem (iMSys) und/ oder Energiemanagementsystem (EMS) 

Was bedeutet das? 
Bei modernen Anlagen übernimmt ein intelligentes Messsystem (iMSys) die Kommunikation und Steuerung – z. B. für die gesetzlich vorgeschriebene Einspeiseleistungsbegrenzung oder netzseitige Vorgaben. Es besteht aus einem digitalen Stromzähler und einem Smart-Meter-Gateway, über das Messdaten automatisch und sicher übertragen werden können. Damit ersetzt es die früheren Rundsteuerempfänger, die nicht mehr zulässig sind. 

 

Ein Energiemanagementsystem (EMS) ergänzt dies auf Anlagen bzw. Haushaltsebene: 
Es verknüpft PV-Anlage, Speicher, Wallbox und andere Verbraucher miteinander und steuert, wie der selbst erzeugte Strom optimal genutzt wird – beispielsweise, um den Eigenverbrauch zu erhöhen oder auf dynamische Tarife zu reagieren. EMS können z. B. automatisch regeln, wann Strom in die Batterie fließt oder lieber im Haushalt verbraucht wird. Damit helfen sie Einspeisern, netzseitige Vorgaben effizient einzuhalten und gleichzeitig wirtschaftlich das Beste aus der eigenen Anlage herauszuholen.  

 

Was bedeutet das für Einspeiser? 

  • Die gesetzlich vorgesehene Steuerbarkeit Ihrer Anlage wird über das iMSys automatisch sichergestellt. 

  • Ein EMS ist freiwillig, kann aber Ihre Einspeisemengen und den Eigenverbrauch optimieren – insbesondere, wenn Lasten wie Wärmepumpe, Speicher oder Wallbox eingebunden werden sollen. 

  • Für die Vergütung braucht der Netzbetreiber nur das iMSys, nicht zwingend ein EMS. 

  • Für Sie entstehen keine zusätzlichen Anforderungen: Die notwendigen Komponenten und Einstellungen berücksichtigt Ihr Installateur direkt im Schaltbild. 

 

Muss ich etwas einreichen? 
Nein – die Berücksichtigung erfolgt durch Ihren Installateur automatisch. 

 

Inbetriebsetzungsprotokoll 

Dieses Dokument wird erst nach Inbetriebnahme der Anlage benötigt. 

 

Kostenhinweis 

In der Regel entstehen keine zusätzlichen Kosten, wenn der vorhandene Netzanschluss genutzt werden kann und die Messtechnik aktuell genug ist. 
Falls unsere Netzverträglichkeitsprüfung zeigt, dass Ihr Anschluss verstärkt werden muss, entsteht ein zusätzlicher Aufwand, an welchem Sie sich eventuell beteiligen müssen. Diesen beantragen Sie über das Netzanschlussportal. Zusätzliche Kosten können durch den gewählten Messstellenbetrieb oder notwendige Anpassungen der Messtechnik anfallen.