Fernwärme für historische Gebäude
Stadtwerke-Projekt im Bismarckquartier
12.06.2026
Keine Dämmung wegen Denkmalschutz: Wie macht man Baudenkmäler trotzdem fit für die Wärmewende? Im Herner Bismarckquartier setzen zwei Wohnungsgesellschaften auf Fernwärme der Stadtwerke.
Markante Giebel und Fassaden mit dekorativen Ornamenten: Die ehemalige Bergbausiedlung im Bismarckquartier ist in Herne ein echter Hingucker. Und so stehen die Gebäude aus den frühen 1920er Jahren schon lange unter Denkmalschutz. Schön fürs Auge, aber nicht für eine energetische Sanierung. Denn verständlicherweise ist es nicht erlaubt, die ansprechenden Fassaden hinter einer Dämmschicht zu verbergen.
Trotzdem möchten der Wohnungsverein Herne eG und die Vivawest GmbH als Eigentümer das Ensemble zwischen Westring und Bahnhofstraße möglichst effizient und klimaschonend mit Wärme versorgen. Wärmepumpen kommen für sie nicht in Frage: Die Wohnungen haben nur kleine Heizkörper, die hohe Vorlauftemperaturen brauchen. Stattdessen schließen die Stadtwerke Herne das Quartier jetzt an ihr Fernwärmenetz an. Das neue Netz beim Bismarckquartier nutzt neben Abwärme aus Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen auch Abwärme der Industrie, deren Anteil sich stetig weiter erhöht. Außerdem planen die Stadtwerke, dort künftig auch Abwärme aus Rechenzentren und ihrem mit Grubengas betriebenen Blockheizkraftwerk einzusetzen. Die Fernwärme weist daher eine gute Umweltbilanz auf.
Perfekt für Altbauten
„Zugleich kommt sie mit hoher Vorlauftemperatur in die Wohnungen. Deshalb können die alten Heizkörper weiterhin verwendet werden“, sagt Uemit Sara vom Vertrieb Fernwärme und Energiedienstleistungen der Stadtwerke Herne. Vor allem für Altbauten sei das ein großer Vorteil. Wo bereits eine Fernwärmeleitung verläuft, lässt sich der Netzanschluss schnell und unkompliziert legen.
Eine Lösung, die punktet. „Fernwärme passt perfekt zu den Anforderungen des Bismarckquartiers“, erklärt Sonja Pauli, Geschäftsführerin des Herner Wohnungsvereins eG. „Sie erfüllt die hohen energetischen Standards moderner Heizsysteme, ohne das historische Erscheinungsbild unserer Gebäude zu beeinträchtigen. Unsere Nutzer profitieren von einer zuverlässigen Wärmeversorgung und hohem Komfort.“

Foto: FooTToo/Shutterstock.com
Erste Arbeiten haben begonnen
Demnächst strömt daher Fernwärme in 258 Wohnungen des Quartiers, die sich auf 41 Häuser verteilen. Um zu heizen und Wasser zu erwärmen, benötigen alle zusammen pro Jahr eine Energiemenge von rund 2,2 Millionen Kilowattstunden.
Vor Kurzem haben die Stadtwerke mit ersten Arbeiten für die neue Trasse zum Quartier begonnen. Nach und nach schließen sie dort alle Häuser an. Dann geht in Herne das bisher größte zusammenhängende Quartier „ans Netz“.
„In Zukunft werden wir unsere Netze noch weiter ausbauen. Jede neue Fernwärmeversorgung reduziert den CO2-Ausstoß und fördert eine nachhaltige Stadtentwicklung“, erklärt Uemit Sara. Das stützt auch der Entwurf des kommunalen Wärmeplans für Herne. Er sieht für die Fernwärme künftig eine wichtige Rolle vor.
Hausanschlüsse noch möglich
Die neue Leitung, die die Stadtwerke nun zum Bismarckquartier verlegen, führt von der Polizeihochschule über die Baum- und die Bahnhofstraße. Viele Eigentümer von Wohn- und Gewerbeimmobilien haben sich hier bereits für einen Anschluss an das Fernwärmenetz entschieden. Wer jetzt noch dazukommen möchte, kann sich gern bei den Stadtwerken melden.
Ihr Ansprechpartner
Uemit Sara
Tel.: 02323 592 – 287
uemit.sara@stadtwerke-herne.de
Alle Infos zur Wärme für Ihr Unternehmen finden Sie hier.
Fazit:
- Im Herner Bismarckquartier werden historische Gebäude mit moderner, nachhaltiger Wärmeversorgung ausgestattet.
- Dämmung ist bei den denkmalgeschützten Gebäuden nicht erlaubt. Wärmepumpen sind technisch nicht möglich. Deshalb bietet sich Fernwärme als klimafreundliche Alternative an.
- Da sie mit hohen Vorlauftemperaturen ins Haus kommt, lassen sich bestehende Heizkörper weiter nutzen.
- Aktuell verlegen die Stadtwerke die neue Fernwärmeleitung zum Bismarckquartier. Wer sein Gebäude daran anschließen möchte, kann sich bei ihnen melden.
Foto ganz oben: „Herne Westring-Goebenstr.jpg“ von Arnoldius, Wikimedia Commons, lizenziert unter CC BY-SA 3.0
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