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Herner Sparkasse setzt auf Photovoltaik

Volle Power vom eigenen Dach 

 

15.10.2026

 

Gemeinsam mit den Stadtwerken hat die Herner Sparkasse eine Photovoltaikanlage auf dem Dach ihrer Hauptstelle installiert. Den produzierten Strom verbraucht sie fast vollständig selbst. Warum das sinnvoll ist – und Unternehmen jetzt über Solarlösungen nachdenken sollten.

 

Eigenen Strom produzieren, einen Beitrag zur Energiewende leisten und sich dabei entspannt zurücklehnen. Klingt verlockend. Genau das ist für die Herner Sparkasse jetzt wahr geworden. 172 Solarmodule sorgen auf dem Dach der Hauptstelle am Berliner Platz für jede Menge Sonnenstrom. Die Stadtwerke Herne haben das Projekt von A bis Z begleitet. „Die Zusammenarbeit war exzellent“, sagt Jörg Höft vom Gebäudemanagement der Herner Sparkasse. „Die Stadtwerke haben sich um alles gekümmert – von der Planung über die Bürokratie bis hin zur Vermittlung von Subunternehmern.“ 

 

Rund 61.000 Kilowattstunden (kWh) Strom produziert die Anlage künftig jährlich auf dem Sparkassendach – damit könnten rund 20 Haushalte versorgt werden. Aber der Löwenanteil des Stroms geht gar nicht ins Netz. Denn etwa 60.000 kWh verbraucht die Sparkasse selbst – und nutzt die Anlage damit besonders wirtschaftlich.  

 

 

Ulrich Koch (links), Vorstand der Stadtwerke Herne, und Antonio Blanquez, Vorstandsvorsitzender der Herner Sparkasse, bei der Inbetriebnahme der neuen Photovoltaikanlage.

Foto: Stadtwerke Herne

 

Zeitpunkt des Verbrauchs ist entscheidend

„Den erzeugten Strom selbst zu verbrauchen, sollte immer das Hauptziel sein“, sagt Christian Tollkamp, Photovoltaikexperte bei den Stadtwerken Herne. „Denn jede Kilowattstunde, die Sie nutzen, müssen Sie nicht einkaufen.“ Bei der Sparkasse sind die Bedingungen dafür ideal. Sie verbraucht den meisten Strom tagsüber, also genau dann, wenn die Sonne scheint. 

 

Den eigenen Strom zu nutzen, macht sich noch aus einem anderen Grund bezahlt. Wird die Energie nicht sofort verbraucht, fließt der Überschuss ins öffentliche Netz. Dafür erhalten die Betreiber die sogenannte Einspeisevergütung. Diese liegt jedoch deutlich unter dem regulären Strompreis. Gut, dass es Möglichkeiten gibt, den Eigenverbrauch zu steigern: „Unternehmen können zum Beispiel ihre Gebäude mit Klimaanlagen ausrüsten, einen elektrischen Fuhrpark aufbauen oder ihre Produktion so anpassen, dass stromintensive Prozesse gezielt in den Sonnenstunden stattfinden“, erklärt Tollkamp. Sei das nicht möglich, könne sich auch die Anschaffung eines Batteriespeichers lohnen. Damit lasse sich der produzierte Strom genau dann abrufen, wenn er gebraucht wird. „Für eine kleine Bäckerei etwa, bei der die Backöfen vor allem nachts in Betrieb sind, kann sich eine eigene Photovoltaikanlage in Verbindung mit einem Speicher daher trotzdem bezahlt machen“, erklärt Tollkamp.  
 

Mit Anschaffung der PV-Anlage nicht lange warten

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Firma mit einer PV-Anlage auszustatten, sollten Sie nicht zu lange warten. Denn die Einspeisevergütung sinkt alle sechs Monate schrittweise. Die Vergütung, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gilt, wird dann garantiert für 20 Jahre gezahlt. 

 

Zudem plant das Bundeswirtschaftsministerium, die Vergütung insbesondere für kleinere Anlagen ab 2027 einzuschränken oder sogar ganz abzuschaffen. Konkret könnte das bedeuten: Solaranlagen, die zwischen 2027 und 2029 ans Netz gehen, erhalten nicht mehr wie bisher eine auf viele Jahre festgelegte Vergütung. Stattdessen bekämen die Betreiber für drei Jahre eine abgesenkte Übergangszahlung, die deutlich unter dem derzeitigen Niveau liegt. Danach, so die aktuellen Überlegungen, müssten sie ihren Strom an der Börse zu tagesaktuellen Preisen verkaufen.

 

Trotzdem gilt: „Das sollte niemanden abschrecken, langfristig über eine PV-Anlage nachzudenken“, sagt Tollkamp. „Denn egal, was die Politik beschließt: Wer seinen eigenen Sonnenstrom nutzt, macht sich unabhängig von steigenden Preisen.“  
 

Für die Sparkasse war die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken in jedem Fall ein doppelter Gewinn. Denn die neue Anlage spart nicht nur Geld, sondern obendrein 28.000 Tonnen CO2 pro Jahr – so viel, wie 14 Mittelklasse-Verbrenner in etwa ausstoßen. „Unser Ziel war es, unsere Energiekosten zu senken und gleichzeitig etwas für die Umwelt zu tun“, sagt Gebäudemanager Höft. „Das haben wir mit unserer Anlage definitiv erreicht.“ 
 

Alle Infos zu den smarten Solarlösungen der Stadtwerke Herne finden Sie hier. 

 

Fazit:

  • Gemeinsam mit den Stadtwerken hat die Herner Sparkasse eine Photovoltaikanlage mit 172 Solarmodulen auf ihrem Dach realisiert. Den erzeugten Strom verbraucht sie größtenteils selbst. 
  • Eine PV-Anlage lohnt sich vor allem bei hohem Eigenverbrauch. Dieser lässt sich gezielt steigern – zum Beispiel durch eine Anpassung der Produktion und die Investition in Klimaanlagen, Elektroautos oder Batteriespeicher. 
  • Ab 2027 könnte es zu Kürzungen bei der Einspeisevergütung kommen. Unternehmen sollten sich daher frühzeitig zum Thema Photovoltaik beraten lassen.

 

Foto ganz oben: Stadtwerke Herne

 

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