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„Klimaschutz macht Unternehmen erfolgreicher“

Interview mit dem Finanzexperten Hans-Jürgen Walter

 

20.02.2026

 

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten steht Klimaschutz bei vielen Unternehmen nicht immer ganz oben auf der Agenda. Eine Überblicksstudie der KfW-Bankengruppe und der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zeigt jetzt unter anderem: Wer auf Klimaschutzmaßnahmen setzt, steht langfristig besser da. Hans-Jürgen Walter, Leiter Global Sustainable Finance bei Deloitte, zu den Gründen dafür.

 

 

Finanzexperte Hans-Jürgen Walter: „Klimaschutz verschafft besseren Zugang zu Kapital.“

Foto: Deloitte

 

Herr Walter, warum sollten Betriebe in Klimaschutz investieren?

H. J. Walter: Zahlreiche Beispiele zeigen, dass Klimaschutz Unternehmen finanzielle und strategische Vorteile bringt. Sie sind besser auf Risiken vorbereitet und machen sich unabhängiger von schwankenden Energie- und CO2-Preisen. So werden sie langfristig erfolgreicher.

 

Welche Vorteile bieten erneuerbare Energien?

H. J. Walter: Erneuerbare Energien sind der Schlüssel zu Kostensenkungen und mehr Resilienz bei der Energieversorgung. Während sich die Preise für fossile Energieträger nach geltendem Recht verteuern, werden klimafreundliche Energien immer günstiger. Betriebe, die selbst Strom erzeugen, verringern zudem ihre Abhängigkeit beim Bezug von Energie.

 

Klimaschutz rechnet sich also ...

H. J. Walter: Ja. Rund 66 Prozent der Unternehmen in Deutschland investieren vor allem, um ihre Energiekosten zu senken. Zugleich sinken die Preise für die nötige Technik immer weiter. Hinzu kommen öffentliche Fördermittel sowie Effizienzgewinne durch Energiemanagement. Dadurch verkürzen sich Amortisationszeiten deutlich. Je nach Unternehmensgröße liegen sie zwischen 10 und 20 Jahren.

 

Viele Unternehmen zögern jedoch mit Investitionen, weil sich gesetzliche Vorgaben von Zeit zu Zeit ändern. Ist das Abwarten sinnvoll?

H. J. Walter: Es ist verständlich, aber riskant. Auf eine Abschwächung der Klimaziele zu setzen, halte ich für kurzsichtig – angesichts steigender Temperaturen und der Dynamik, mit der Länder wie China den Klimaschutz vorantreiben und dafür international höhere Standards setzen. Zudem wird der CO2-Preis zwangsläufig steigen. Sonst sind weder die Transformation zur klimaneutralen Wirtschaft noch die Klimafolgeschäden finanzierbar. Diese Kosten lassen sich nicht allein mit öffentlichen Mitteln decken. Es ist daher naheliegend, das Verursacherprinzip anzuwenden: Wer CO2 ausstößt, wird stärker belastet. Unternehmen, die jetzt auf erneuerbare Energien setzen, sind künftig klar im Vorteil.

 

Spielt Klimaschutz auch eine Rolle bei der Unternehmensfinanzierung?

H. J. Walter: Eine sehr große. Auch Banken müssen ihren CO2-Fußabdruck auf null bringen. Da dieser sich aus ihrem Kredit- und Anlageportfolio ergibt, haben Unternehmen ohne Klimastrategie Nachteile bei der Vergabe von Krediten. Dies betrifft insbesondere Unternehmen, bei denen CO2 nicht nur Abfallprodukt ist, sondern die CO2-Moleküle für chemische Prozesse, wie die Herstellung von Kunststoffen, Pharmazeutika und anderen Chemikalien benötigen.

 

Gibt es finanzielle Vorteile für Klimaschutz-Vorreiter?

H. J. Walter: Diese Betriebe freuen sich über günstige Konditionen durch subventionierte Finanzmittel. Zudem machen heute bereits 88 Prozent aller Banken weltweit Nachhaltigkeit zur Grundlage für die Kreditvergabe. Klimaschutz bedeutet also nicht nur Resilienz und Effizienz. Er verschafft auch besseren Zugang zu Kapital.

 

Die Studie von KfW und Deloitte können Sie hier herunterladen.

 

 

Lutz Bongen GmbH setzt auf Klimaschutz

Konsequent umweltfreundlich

Um sich zukunftsfähig aufzustellen, verfolgt das IT-Systemhaus Lutz Bongen GmbH aus Moers (LBM) schon seit einigen Jahren eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie. Im Energiebereich unterstützen unter anderem auch die Stadtwerke Herne das Unternehmen.

So spart LBM langfristig Kosten, senkt Emissionen – und wird unabhängiger bei der Energieversorgung.

 

 

LBM-Geschäftsführer Geschäftsführer Ingo Fischer an einem der Schnelllader des Unternehmens.

Foto: Martin Leclaire

 

Mit den Stadtwerken sowie weiteren Partnern setzte das Unternehmen bereits diese Maßnahmen um: 

  • Stromsparende LEDs sorgen für optimale Beleuchtung.
  • Eine große Solaranlage auf dem wärmegedämmtem Firmendach produziert Strom zum Eigenverbrauch. 1.401 Module erzeugen eine Leistung von insgesamt 440 kWp.
  • Ergänzend zur Anlage installierten die Stadtwerke einen Groß-Batteriespeicher mit 268 kWh. Er speichert einen Teil des PV-Stroms für nächtliche Betriebsprozesse. Zugleich ist er Backup bei einem Stromausfall: Mit ihm könnten Server, PCs und Heizsystem volle zwei Tage weiterlaufen.
  • LBM hat einen großen Teil der Firmenflotte auf emissionsfreie Stromer umgestellt.
  • Für sie und die Mitarbeiterfahrzeuge gibt es auf dem Betriebsgelände eine eigene E-Ladeinfrastruktur: Die Stadtwerke errichteten 14 Normallader sowie einen Schnelllader mit zwei Ladepunkten à 350 KW. Der Ladestrom stammt ebenfalls von der firmeneigenen PV-Anlage.
  • Im Zuge des Unternehmenswachstums wachsen auch PV- und Batteriekapazitäten sowie die Ladeinfrastruktur. Wie zu allen Fragen rund um Energie steht die LBM hierzu in stetem Austausch mit den Stadtwerken.

 

www.lbm-gmbh.de

 

Foto ganz oben: mojo cp/Shutterstock.com

 

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