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So gelingt die Wärmewende

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Die Wärmewende

Jeder kann dazu beitragen, den Wandel voranzubringen

 

Viel ist in den vergangenen Monaten darüber diskutiert worden, wie die Wärmewende schnell gelingen kann. Aber was verbirgt sich genau dahinter? Und welche Möglichkeiten haben Sie, dazu beizutragen?

 

Es ist höchste Zeit: Wir müssen handeln. Um den Klimawandel zu begrenzen, sollten die Emissionen klimaschädlicher Gase wie Kohlenstoffdioxid (CO2) möglichst schnell sinken. Die Ziele der Bundesregie­rung sind entsprechend ambitioniert: Bis zum Jahr 2030 soll der Ausstoß der Treibhausgase um 65 Pro­zent zurückgehen – gegenüber dem Vergleichsjahr 1990. Bis 2045 soll Deutschland sogar vollständig klimaneutral sein. Das ist eine Mammutaufgabe, und das Thema Heizen ist dabei ein wichtiger Faktor. Denn darauf entfallen etwa 20 Prozent des gesamten Ener­gieverbrauchs. Durch den Krieg in der Ukraine hat dieses Thema noch einmal an Dringlichkeit gewon­ nen. Denn jeder zweite Haushalt nutzt Erdgas.

 

Eine schnelle Wärmewende wäre die Lösung für beide Pro­bleme: Sie würde die CO2­Emissionen verringern und die Abhängigkeit von Gaslieferungen beenden. Mit der Wärmewende ist der Umstieg auf eine klima­ neutrale Energieversorgung zum Heizen gemeint. Dazu gehört auch die Warmwasserbereitung, wenn sie über die Heizung funktioniert. Gelingen soll die Wende vor allem über erneuerbare Energien. Aller­dings spielen sie ausgerechnet beim Heizen bisher eine zu kleine Rolle – ihr Anteil liegt bei etwa 15 Pro­zent. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Bestandsgebäude meist erst umgerüstet werden, wenn ohnehin Sanierungsmaßnahmen anstehen.

 

Wartezeiten einplanen

Zugegeben, die Dynamik hat sich verändert. Zahlen liegen zwar noch nicht vor, aber sowohl Hersteller entsprechender Anlagen als auch Fachbetriebe berichten aktuell von vollen Auftragsbüchern. War es 2021 noch kein Problem, sich beispielsweise eine Wärmepumpe innerhalb von sechs Wochen installie­ren zu lassen, sind inzwischen Wartezeiten von bis zu einem Jahr keine Seltenheit mehr.

Anders gesagt: Wenn Sie auf­ oder umrüsten möchten, sollten Sie sich jetzt mit diesem Thema auseinandersetzen, um Ihr neues Heizsystem 2023 nutzen zu können.

 

Der erste Schritt zu einer umweltfreundlichen Hei­zung sollte eine Energieberatung sein. Dafür kommen Fachleute zu Ihnen nach Hause, schauen sich das Gebäude und die Energieversorgung an und prüfen Zahlen, vor allem den aktuellen Verbrauch – bitte denken Sie daran, dass Sie derzeit auch bei dieser Dienstleistung ein wenig Geduld haben müssen, bis es einen freien Termin gibt. Bei den Verbraucherzen­tralen in NRW können Sie kostenlos eine Energiebera­tung in Anspruch nehmen. Die Expert*innen nehmen dafür jedoch nicht Ihr Haus in Augenschein, sondern machen den Check allein aufgrund von Unterlagen und Ihren Angaben. Dieses Angebot ist eine große Hilfe, wenn Sie einen Überblick gewinnen möchten oder sich zum Beispiel für Energiedienstleistungen der Stadtwerke Herne interessieren, wie die Installation einer neuen Heizung.

 

Das Fischhaus Bade an der Edmund-­Weber-­Straße in Herne hat beispielsweise eine alte Ölheizung durch eine moderne Luftwärme­ pumpe ersetzt. Das spart Kosten und schont gleichzeitig das Klima. Falls Sie umfangreiche Sanierungen planen und dafür Zuschüsse beim Bundesamt für Wirtschaft und Aus­fuhrkontrolle (BAFA) oder der Kreditanstalt für Wie­deraufbau (KfW) beantragen möchten, ist allerdings eine Energieberatung bei zertifizierten Fachleuten Pflicht. Dafür gibt es Zuschüsse vom BAFA.

 

 

Schritt 1: Energieberatung

Warum ist es wichtig, sich beim Thema Energie beraten zu lassen?

 

Ziel einer Energieberatung ist es, einen sinnvollen Fahrplan in Richtung Klimaneutralität in den Händen zu halten, und der muss für jedes Gebäude individuell erarbeitet werden. Dabei stellt sich zum einen die Frage, welches Heizsystem Sinn machen könnte. Zum anderen muss sichergestellt werden, dass die Wärme nicht unnötig entweicht. Gerade bei älteren Gebäu­ den kann das in der Regel nur über eine sogenannte energetische Sanierung erreicht werden. Sie dient dazu, den Energieverbrauch des Hauses zu senken, etwa durch eine bessere Dämmung.

 

Die Energie­ berater*innen beurteilen, welche Maßnahmen in Ihrem Gebäude durchgeführt werden müssten und welche Energieeinsparungen mit ihnen vermutlich verbunden wären. So können Sie entscheiden, welche Investitionen Sie priorisieren. Auch dafür gibt es För­ derprogramme der Bundesregierung. Sie können Zuschüsse für einzelne Maßnahmen vom BAFA erhal­ ten (Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzel­ maßnahmen, BEG EM), bei Heizsystemen sind die Zuschüsse zum Teil höher als für andere Maßnahmen. Alternativ können Sie so umfangreich sanieren, dass Ihr Haus eine höhere Energieeffizienzklasse erreicht (Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohnge­ bäude, BEG WG). Es gibt verschiedene Fördermodelle. Neben reinen Zuschüssen sind auch Kredite mit Til­gungszuschüssen möglich. Das aber nicht für Einzel­maßnahmen. Zuständig ist die KfW.

 

Übrigens: Seit Juni ist es in NRW grundsätzlich auch möglich, für mehr Energieeffizienz Veränderungen an Gebäuden durchzuführen, die unter Denkmalschutz stehen, etwa Solarkollektoren auf dem Dach. Was genehmigt wird, entscheiden die lokalen Ämter.

 

 

Geeignete Heizsysteme

Worauf sollte ich achten, wenn ich mir eine neue Heizung anschaffen möchte?

 

Welches Heizsystem ist denn nun das beste? Das lässt sich pauschal nicht beantworten, weil es von den individuellen Voraussetzungen abhängt. Am inte­ressantesten für Eigenheimbesitzer sind Solarthermie, Wärmepumpen, Biomasseheizungen sowie Wärme­ netze. Gasbrennwertthermen werden oft in Kombi­ nation mit diesen Systemen eingebaut.

 

Solarthermie

Für Solarthermie werden Module auf dem Dach installiert. Dabei handelt es sich um Kollek­toren, die Wärmeenergie produzieren und damit Wasser aufheizen, das auch zum Heizen verwendet werden kann. Im Winter sinkt der Ertrag zwar, weil die Sonne bei uns kürzer scheint, aber Solarthermie kann eine umweltfreundliche Ergänzung sein, etwa zu einem Gas­-Brennwertgerät.

 

Wärmepumpen

Im Prinzip funktionieren sie wie ein umgekehrter Kühlschrank und entziehen der Umge­ bung Energie, mit der ein Stoff verdampft wird. Anschließend wird dieser Stoff verdichtet. Durch diese Kompression erhöht sich die Temperatur – und reicht zum Heizen aus. Es gibt verschiedene Systeme, die Wärmeenergie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser entnehmen. Sie arbeiten auch im Winter bei Minusgraden tadellos, da physikalisch gesehen immer noch genug Energie vorhanden ist. Eine Wärmepumpe benötigt Strom für den Betrieb. Handelt es sich dabei um Ökostrom, ist dieses Heizsystem vollständig klimaneutral. Allerdings erzeugt es verhältnismäßig geringe Vorlauftemperaturen für die Heizung. Deswegen macht es vor allem dann Sinn, wenn das Haus gut gedämmt ist. Ideal ist eine Flä­chenheizung. Gegebenenfalls sind Hybridheizungen eine Lösung, bei der Wärmepumpen mit Gasbrenn­wertgeräten kombiniert werden.

Beim Kauf können Sie bis zu 40 Prozent Förderung des BAFA erhalten, abhängig von der alten Heizung und dem neuen System. Oder Sie entscheiden sich für das Rundum­-sorg­los-­Paket der Stadtwerke: Gegen einen festen monatlichen Betrag kümmern sich die Stadtwerke um Installation, Betrieb und Wartung.

 

Mehr Informationen zum Rundum­-sorg­los-­Paket finden Sie auf der SMART-TEC Website

 

Wärmenetze

Dafür wird die Energie in einem Kraft­ werk zentral erzeugt und über Rohre an die einzelnen Abnehmer geliefert. Das ist sparsamer, weil die Kraft­ werke zum Beispiel gleichzeitig Strom und Wärme produzieren und daher mehr Leistung aus dem Energieträger herausholen (Kraft­Wärme­Kopplung). Es kann sich auch um Biomassekraftwerke handeln, bei denen Abwärme der Industrie eingebunden wird. Je nach regionaler Ausdehnung spricht man von Nah­ und Fernwärmenetzen.

 

 

Biomasseheizung

Theoretisch ist das Heizen mit Holz klimaneutral, weil nur das CO2 freigesetzt wird, was die Bäume zuvor gespeichert haben. Besser wäre es aber, wenn die Klimagase im Holz blieben. Deswegen sind Pelletkessel empfehlens­ werter als ein Kaminofen, der für Holzscheite aus­ gelegt ist. Denn bei Pellets handelt es sich um Abfallprodukte aus der Industrie. Idealerweise soll­ten sie aus der Region stammen. Übrigens: Das Siegel Blauer Engel für Kaminöfen weist besonders schadstoffarme Geräte aus.

 

 

Angebote der Stadtwerke

Die Stadtwerke Herne unterstützen Sie auf Ihrem Weg zu mehr Energieeffizienz. Zum Angebot gehören unter anderem Wärmepumpen, Solaranlagen und hybride Anlagen. Wenn Sie die Investitionen scheuen, können Sie bei allen Angeboten das Pachtmodell wählen. Die Stadtwerke kümmern sich gegen einen festen monatlichen Betrag um Installation, Betrieb und Wartung. Lassen Sie sich beraten!

Mehr Informationen auf der SMART-TEC Website

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