Stromausfall – was nun?
Photovoltaik und Speicher als Absicherung
26.02.2026
Stromausfälle wie in Berlin zeigen, welche zentrale Rolle Strom mittlerweile spielt. In der Regel sind Störungen jedoch selten und kurz. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann solche Ausfälle mit Solaranlage und Speicher überbrücken. Was müssen Sie dabei beachten?
Die Büros sind hell erleuchtet, die Rechner surren: Der Arbeitstag läuft. Dann plötzlich – Stille. Bildschirme schwarz, das Licht erloschen und die Mitarbeiter sitzen im Dunkeln. Ein Stromausfall dauert oft nur Minuten, kann aber durchaus Sand ins Getriebe streuen. In Deutschland sind solche Störungen zum Glück eher die Ausnahme: 2024 gab es bundesweit im Durchschnitt lediglich 11,7 Minuten keinen Strom. Doch selbst kurze Störungen machen vielen Unternehmen zu schaffen.
„PV-Anlagen mit Batteriespeicher sind für sie eine gute Möglichkeit, um sich gegen kleinere Stromausfälle zu wappnen“, sagt Christian Tollkamp, Photovoltaikexperte der Stadtwerke Herne. Für ihre Finanzierung stellt die KfW-Bank aktuell günstige Kredite bereit.
Allerdings schützt nicht jede Anlage automatisch vor Stromturbulenzen. „Viele gehen davon aus, dass der Strom vom eigenen Dach weiterfließt, wenn das öffentliche Netz ausfällt“, so Tollkamp. „Doch das ist nicht so.“ PV-Anlagen samt Speicher schalten sich aus Sicherheitsgründen sofort von allein ab. So fließt kein Strom mehr ins Netz, der Monteure bei Reparaturarbeiten gefährden könnte.

Christian Tollkamp empfiehlt eine Kombination aus Photovoltaik, Speicher und BHKW.
Foto: Stadtwerke Herne
Notstrom oder Ersatzstrom?
PV-Anlagen, die Stromausfälle überbrücken können, müssen deshalb technisch besonders ausgestattet sein. Die Stadtwerke Herne bieten solche Lösungen derzeit für den Verwaltungsbereich an.
Für ihren Einsatz gibt es zwei Konzepte:
Notstrom versorgt wichtige ausgewählte Verbraucher wie Licht und Rechner weiter. Häufig erkennbar an besonders gekennzeichneten Steckdosen.
- Der Strom kommt aus einem eigenen Batteriespeicher, der ausschließlich für die Notstromversorgung vorgehalten wird.
- Ein Nachladen über die PV-Anlage ist während des Notstrombetriebs nicht möglich, die verfügbare Energie deshalb begrenzt.
- Daher ist es sinnvoll, vorab festzulegen, welche Stromverbraucher versorgt werden sollen.
Ersatzstrom trennt das Gebäude bei einem Stromausfall automatisch vom öffentlichen Netz. Er versorgt ausgewählte Verbraucher wie Licht und Rechner aus dem Batteriespeicher weiter. Innerhalb weniger Sekunden bis zu einer Minute steht wieder Strom bereit.
- Dafür braucht die PV-Anlage einen ersatzstromfähigen Wechselrichter, eine Netzumschalteinrichtung sowie einen geeigneten Speicher.
- Die PV-Anlage kann weiterlaufen und den Speicher nachladen. Dazu müssen Wechselrichter und Speicher aber speziell für die solare Nachladung ausgerichtet sein.
- Der technische Aufwand und die Kosten sind deutlich höher. Deshalb lohnt sich Ersatzstrom dort, wo die durchgängige Versorgung zwingend benötigt wird. Für viele Betriebe reicht eine gut durchdachte Notstromlösung.

Foto: APChanel/Shutterstock.com
Nachrüstung ist möglich
Am einfachsten ist es, Not- oder Ersatzstrom direkt bei der Planung einer PV-Anlage mitzudenken. Aber was, wenn sie bereits installiert, jedoch nicht notstromfähig ist? „Eine nachträgliche Umrüstung ist oft möglich. Manchmal liegt dann aber der Aufwand höher, zum Beispiel, wenn Wechselrichter oder Speicher nicht not- oder ersatzstromfähig sind“, sagt Christian Tollkamp.
Mit seinem Team prüft er gerne, ob Ihre bestehende Anlage für Stromausfälle geeignet ist. Neue Anlagen richtet er sofort maßgeschneidert auf Ihren Bedarf aus. So stehen Sie nicht im Dunklen, wenn der Strom einmal für kurze Zeit nicht fließt.
Ihr Ansprechpartner
Christian Tollkamp
Tel.: 02323 592 – 345
christian.tollkamp@stadtwerke-herne.de
Alle Infos zum Thema Photovoltaik für Geschäftskunden finden Sie hier.
Fazit:
- Stromausfälle sind zwar selten und meist kurz, können aber negative Auswirkungen auf Betriebe haben.
- Photovoltaikanlagen bieten in Verbindung mit Batteriespeichern Schutz bei Netzausfällen. Dafür müssen sie allerdings mit Not- oder Ersatzstromtechnik ausgestattet sein.
- Notstromlösungen reichen für viele Unternehmen aus. Sie sind kostengünstiger, versorgen aber nicht alle Stromverbraucher im Gebäude.
- Ersatzstrom erfordert höhere Investitionen, stellt aber umfassender Strom bereit.
- Bestehende PV-Anlagen lassen sich oft nachrüsten. Ideal ist jedoch, Not- oder Ersatzstrom direkt bei der Planung einer Anlage mitzudenken.
Foto ganz oben: Gorodenkoff/Shutterstock.com
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